Filialkirche Obermühl
Am 21. April 1770 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche in Obermühl (Filialkirche der Pfarrkirche Kirchberg) auf Betreiben des Obermühler Schiffmeisters und Wirtes Thomas Lampersdorfer.
Schon zwei Jahre später, am 9. September 1772 (Maria Geburt) wurde die 200 Personen fassende Kirche der Hl. Maria geweiht, woran das alljährliche Kirchweihfest (Obermühler Kirtag) am Sonntag nach Maria Geburt bis heute erinnert.
Nach der Gründung der Pfarrexpositur Obermühl 1933 wurde die ursprünglich ohne besonderen Kunstsinn ausgestaltete Kirche renoviert und der ursprüngliche Altar im Stile des Rokoko mit Statuen ergänzt.
Das Gnadenbild Mariens am Altar ist eine Kopie aus der Kirche zu Landshut in Bayern.
Beim großen Donauhochwasser 1954 konnte man mit der Zille bis in die Kirche fahren. Das Gebäude wurde, wie so viele andere im Ort schwer beschädigt.
Wegen des Baus des Donaukraftwerkes Aschach, dessen Rückstau bis Obermühl und darüber hinaus reichen sollte, musste der alte Donauort samt Kirche, dem Stausee weichen. Die Kirche wurde im Stil der damaligen Zeit neu gebaut (um 1960). Das Gnadenbild Mariens übersiedelte in die neue Kirche.
Der Rokoko-Altar der ursprünglichen Kirche ist heute in der Kirche in Michaelnbach zu sehen.
Im Jahr 2007 wurde die Kirche generalsaniert. Der Innenraum wurde nach Entwürfen des Künstlerehepaares Gabriele+Alois Hain aus Haslach neu gestaltet.
Das große Fenster auf der Südseite hat das göttliche Licht zum Thema. Die verwendeten Kreisformen als Symbol für das Vollkommene, Göttliche entsprechen in unserer iridischen Welt die Ellipse oder das Oval als Zeichen für Dynamik und Lebendigkeit. Daher wurden auch der Altar, Ambo und Sedes mit diesen dynamischen Formen gestaltet.
Das Bild auf der Altarwand in Form eines "zweiflügeligen" Kreuzes stellt die göttliche Schrift auf dem bewegtem menschlichen Grund dar und kann als offenes Buch oder geöffneter Flügelaltar gesehen werden.