Pfarrkirche Kirchberg
Vermutlich Ende des 13. Jahrhunderts wurde eine Kapelle im gotischen Stil errichtet und dem Heiligen Othmar geweiht.
Die älteste Beurkundung unserer Pfarre war eine Schenkung eines Peter der Harrocher vom 15. August 1379. Kirchberg war noch keine eigene Pfarre, der Urkunde nach muss aber die Kapelle als ein für die Gegend bedeutendes Kleingotteshaus bereits bestanden haben. 1389 wurde Kirchberg erstmals als Filialpfarre von Altenfelden genannt.
Durch die großzügige Unterstützung des Vogtherren Gudaker von Tannberg konnte zwischen 1400 und 1407 die heutige Kirche im gotischen Stil errichtet werden. Die alte Kapelle wurde als Seitenschiff (sogen. "Kleine Kirche") in die neue Kirche eingegliedert. Der Kirchengründer wurde in seiner Kapelle bestattet. Das Grabmahl, eine wuchte Platte aus rotem Marmor mit seinem Bildnis, ist heute noch in der Kleine Kirche zusehen.
Am Georgi-Tag des Jahres 1411 (24. April) wird die neue Kirche dem Hl. Othmar geweiht - daher auch der bis heute stattfindende Georgi-Kirtag (Kirchweihfest) am Sonntag nach Georgi.
Im selben Jahr wird Kirchberg, anfangs eine Filialpfarre von Altenfelden, zur selbstständigen Pfarre (röm.kath.) erhoben und unterstand dem Dekanant Pfarrkirchen.
Erst nach der Pfarrwerdung soll um das Jahr 1450 ein Kirchturm errichtet worden sein, der zur Zeit der Türkennot im 16. und 17. Jh. seine heutige Größe bekam.
Um das Jahr 1600 wirkten in Kirchberg auch kurzzeitig protestantische Pfarrer.
Zwischen den Jahren 1703 und 1707 wurde die Kirche barockisiert, im Altarraum und dem Seitenschiff blieben die gotischen Rippengewölbe erhalten. Am Dachboden der Kirche sind heute noch die urspünglichen gotischen Spitzbögen zu sehen.
1709/1710 wurden die drei heute noch bestehenden Barockaltäre, der Tabernakel und die Kanzel aufgestellt. Die Altarbilder wurden vom Sarleinsbacher Maler Johann Philipp Ruckerbauer angefertigt, dessen barocke Malkunst in vielen Mühlviertler Kirchen zu bewundern ist.
1772 wurde die Filialkirche in Obermühl geweiht.
Nach der Gründung des Dekanates Altenfelden unterstand Kirchberg diesem bis zu dessen Aufhebung 1785. Mit der Gründung des Bistumes Linz 1785 wurde Kirchberg nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit vom Bistum und Hochstift Passau losgelöst und war fortan auch ein eigenes Dekanat bis zu dessen Aufhebung 1803. Dem Dekanant Kirchberg gehörten folgende Pfarreien an: Kirchberg, Altenfelden, Rohrbach, Öpping, St.Oswald, Neufelden, St.Martin, Feldkirchen, Goldwörth, Walding, Ottensheim, Puchenau und St.Gotthard.
1883 wurde das Dach der Kirche und des Turmes, sowie auch zahlreiche Häuser im Ort, bei einem Brand zerstört.
1889 erhielt die Kirche ihre heutige Orgel vom Ottensheimer Orgelbauer Breinbauer geliefert.
1916-17 mussten einige Orgelpfeifen und vier Glocken dem damals tobenden 1.Weltkrieg geopfert werden.
Am Lichtmesstag 1923 erhellte das erste Mal elektrisches Licht die Kirche.
Um 1935 wurde die Kirche unter Pfarrer Panholzer, sachkundig restauriert.
1941 zogen vier der fünf, inzwischen wieder ergänzten Glocken, in den 2. Weltkrieg.
1950 wurde das Geläut mit der Glockenweihe wieder vervollständigt:
- Die Kleine: 68cm Durchmesser, 174 kg, Ton d, Gj. 1766
Am Hals: Josef Dentl parochus Anno Domini 1766.
Am Schlag: Carl Poz goss mich in Linz 1766.
Bild: Kruzifix, Josef, Florian, Märtyrer.
- St.Othmar oder Kriegerglocke (Die Große): 104cm Durchmesser, 595 kg, Ton g
Bild: St. Othmar, St. Georg, St. Sebastian.
"Die Heimkehrer grüße ich, die Lebenden rufe ich, die Toten beweine ich, die Blitze breche ich"
Unter der Obhut: Bürgermeister Rud. Schlagnitweit 1950.
- Herz Maria- oder Aveglocke: 87cm Durchmesser, 343 kg, Ton b
Bild: Herz Maria von Rosen umkränzt.
"Unbeflecktes Herz Mariens, sei unsere Rettung" (Ablass 100 Tage).
Unter der Obhut des gegenwärtigen Pfarrers A. Panholzer 1950.
- Herz Jesu-oder Wandlungs- und Versehglocke: 79cm Durchmesser, 248 kg, Ton c
Bild: Herz Jesu mit Strahlenkranz.
"Der Meister ist da und ruft dich!" (Joh.11., 28.)
Für Kinder und Papst im Jubeljahr 1950, die Pfarre Kirchberg an der Donau.
- Josephi- oder Sterbeglocke: 58cm Durchmesser, 120 kg, Ton f
Bild: St. Joseph mit Jesukind.
"Selig die Toten, die im Herren sterben" (off.14., 23.)
Für Volk und Vaterland im heiligen Jahr 1950.
In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Kirche generalsaniert und erstrahlt seither in neuem Glanz.
Das Zentrum der ursprünglichen Tannberger-Kapelle aus dem zu Ende gehenden 13. Jh., die heute "Kleine Kirche" genannt wird, bildet der Marienaltar mit einer barocken Marienstatue, umrahmt von einem Altar im Rokoko-Stil. Das Altarbildnis aus der Zeit um 1750 zeigt die Heilige Famile mit dem 12-jährigen Jesusknaben.
Das im urspünglichen gotischen Stil erhaltene Seitenschiff zeichnet sich durch ein zweijochiges Kreuzrippengewölbe mit drei bemerkenswerten Schlusssteinen (Christuskopf, Lamm und Kreuz) aus.
An der Außenwand sind zahlreiche Grabplatten und Tafeln angebracht. Besondere Beachtung verdient darunter eines der schönsten Renaissance-Grabdenkmäler Österreichs (um 1600). Dieses bemerkenswerte Hochrelief besteht aus drei verschiedenen Gesteinsarten: Das Relief besteht aus weißem Speckstein, die Schrifttafel aus schwarzem Schiefer, alles umrahmt von rotgesprenkeltem Marmorstein.
Das Hauptschiff, die sogenannte "Große Kirche", besteht aus einem dreijochigen, stichkappentonnengewölbten, barocken Langhaus. Im Altarraum ist noch das gotische Kreuzrippengewölbe erhalten.
Im Zentrum des Hauptaltares befindet sich ein Bildnis des "Pfingstgeheimis" umrahmt von Statuen der folgenden Heiligen: Othmar, Wendelin, Florian, Donatus, Petrus und Paulus und gekrönt durch den hl. Michael mit der Waage. Im Medaillon über dem Altarbild befindet sich eine Darstellung der Dreieinigkeit (Gottvater, Sohn und Hl. Geist).
Im Mittelpunkt des linken Seitenaltars befindet sich ein Bildnis des hl. Georgs (Ritter, Märtyrer, Pestpatron) im Medallion darüber, ein Bildnis der Pestpatronin Rosalie. Geschmückt wird der Altar von Statuen der hl. Anna mit dem Kind Maria und dem hl. Joachim.
Der rechte Seitenaltar mit einem Bildnis des hl. Sebastian, darüber der hl. Rochus, wird umrahmt von den Statuen der hl. Katharina von Alexandrien und der hl. Barbara.
Die barocke Kanzel ist geschmückt mit Statuen der vier Evangelisten. Am Schalldeckel steht eine Darstellung von Christus mit dem Kreuz auf der Weltkugel, von Engelsfiguren umgeben.
Der Kirchenpatron, der hl. Othmar von St. Gallen, wurde um 690 im alemannischen Raum geboren. 719 übernahm er die Führung der Galluszelle, wo er die Regel des Hl. Benedikt einführte und die Einsiedelei zum Kloster ausbaute. Er errichtete das erste Aussätzigenheim in der Schweiz.
Von missgünstigen fränkischen Grafen fälschlich beschuldigt wird er auf die Rheininsel Werd bei Stein verbannt, wo er am 16. November 759 stirbt.