Hexen und Zauberei
Von Hexen und von Zauberei
In der Pfarre Kirchberg an der Donau lebte vor etwa 150 Jahren eine Bäuerin, die nicht viel Kühe im Stall hatte, aber täglich einen ungewöhnlich großen Stretzel Butter verkaufen konnte, denn sie strich den Rührkübel mit einer Teufelsschmiere aus. Durch Burschen, die fensterln wollte, kam es auf, daß die Bäuerin "etwas" könne. Denn sie rief gerade: "Miazl, ban Nachbarn kriangs a Kaibel. Gschwind geh, sonst is z'lang." Sie wollte Kuh und Kalb verhexen, aber die Tochter verweilte zu lange und so konnte der Nachbar noch rechtzeitig ein Kreuz über die Kuh machen, so daß die Hexe keine Macht mehr hatte.
Auch der Bauer konnte "etwas". Einst ging er an einem neuen Stall vorüber und machte sich dabei etwas zu schaffen. Der Besitzer hatte nun Unglück über Unglück im Stalle und wußte sich nicht zu helfen. Erst als er auf Rat eines alten Mannes alle Mauern herausreißen und neue setzen ließ, hatt er Ruhe.
Die Hexe von Kirchberg
In einem Bauernhof zu Kirchberg diente ein Knecht, welcher seine Bäuerin in einer Samstagnacht auf dem Misthaufen stehen sah. Das weib war nackt und hielt in der Hand einen Besen, mit dem es in der Luft hin- und herwachelte; eine Menge leere Schmaltztigel und Häfen standen im Boden um die Füße der Hexe aufgestellt. Da hüpften von allen Seiten große und kleine "Breitlinge" (Kröten) herbei und spieen Schmalz in die Töpfe. Weil der Mond schien, konnte es der Knecht ganz deutlich vom "Schredl" herab sehen. Voll Abscheu entlief in aller Frühe der Knecht von seinem Dienst.
Von der wilden Jagd mitgenommen!
In Kirchberg o.d.D. litt es einen Knecht nie daheim, wenn die wilde Jagd kam. Er wurde immer mitgerissen, und ganz ermüdet und verstört kehrte er meist erst am zweiten oder dritten Morgen mit erkratztem Gesicht und zerrissenen Kleidern zurück.