1998 Lumpazivagabundus
Lumpazivagabundus
oder
Das liederliche Kleeblatt
von Johann N. Nestroy
Nestroys "Lumpazi”, wie das Stück gewöhnlich genannt wird, entstand vor 165 Jahren (1833). Es schöpfte seinen Stoff aus einer sentimental-schwärmerischen Novelle von Karl Weisflog, betitelt “Das große LOOS”, die schon früher einmal von einem anderen Autor dramatisiert worden war “Schneider, Schlosser und Tischler”.
Nestroys "Lumpazi”, der um die Geschichte des liederlichen Kleeblattes einen allegorisch-zauberhaften Rahmen schlingt, stellt eben genau diese Geschichte als ewigen Wettstreit zwischen Glück, Liebe und Leichtsinn dar.Das Stück fand bei seiner Erstaufführung am 11. April 1833 eine geradezu enthusiastische Aufnahme. Nestroy selbst spielte den Knieriem, sein Direktor Carl den Leim, und auch Zwirn war mit Scholz, einem Erzkomödianten der damaligen Zeit, hervorragend besetzt.
Von 1833 bis 1862 erlebte das Stück allein im Theater an der Wien und im Leopoldstädter Theater 259 Aufführungen, von 1881 bis 1944 720 Aufführungen. Aber auch beim Amateurtheater erfreut sich das Stück ungebrochener Beliebtheit.
Der “Lumpazi” hat bei Nestroy selbst auch schon zwei Vorstadien durchgemacht in zwei nie aufgeführten Stücken “Genius, Schuster und Marqueur oder Die Pyramiden der Verzauberung “ (1832) und in der Faschingsposse. “Der Feenball oder Tischler, Schneider und Schlosser” (1833). “Lumpazi” hat sich im Laufe der Zeit durch Improvisationen der Schauspieler zahlreiche Veränderungen und Zusätze gefallen lassen müssen und wird auch heute kaum noch in der ursprünglichen Gestalt von Nestroys erster Niederschrift gegeben, zumal Nestroy selbst am Texte ständig besserte.
Heute verfügt so gut wie jeder Theaterverlag über zumindest eine hauseigene Version des “Lumpazi”. Was Sie, geschätzte Besucher, hier vorgesetzt bekommen, ist wieder eine eigene Version, nämlich eigenständige und unverkennbare Kirchberger Machart.

| Das liederliche Kleeblatt | |
| Leim, ein Tischlergeselle | Martin Atzgerstorfer |
| Knieriem, ein Schustergeselle | Karl Rothberger |
| Zwirn, ein Schneidergeselle | Richard Reiter |
| Das überirdische Personal | |
| Mystifax, ein alter Zauberer | Bernhard Jungwirth |
| Hilaris, sein Sohn | Harald Fuchs |
| Miraculix, ein noch älterer Zauberer | Heinrich Pusch |
| Fludribus, sein 1.Sohn | Gerhard Obermüller |
| Klaxmax, sein 2.Sohn | Gerald Pusch |
| Lumpazivagabundus, der böse Geist | Gottfried Fuchs |
| Fortuna, die Glücksfee | Renate Zalto |
| Brillantine, ihre Tochter | Margarita Pusch |
| Das irdische Personal | |
| Spaziergänger, mit Wuffi | Hermann Koblmüller mit Sissy |
| Fassel, ein Bräuknecht | Anton Kaindlbinder |
| Pantsch, ein Wirt in Ulm | Eugen Peinbauer |
| Sepherl, Kellnerin | Maria Hofer |
| Hobelmann, Tischlermeister in Wien | Peter Höllinger |
| Pepi, seine Tochter | Alexandra Eidenberger |
| Gertraud, seine Bediente | Christa Oberpeilsteiner |
| Strudl, der Wirt "Zum goldenen Nockerl" | Hermann Koblmüller |
| Johann, Kammerdiener bei Zwirn | Josef Gahleitner |
| Hackauf, Fleischhauer in Prag | Heinrich Pusch |
| Windwachel, wie der Name schon sagt | Ernst Atzgerstorfer |
| Malerin, vermutlich eine Schülerin Schieles | Rosa Atzgerstorfer |
| Hausiererin, sonst harmlos | Elfrieda Vierlinger |
| Camilla, eine angebliche Italienerin | Monika Pühringer |
| Laura, aus derselben Gasse | Roswitha Hofer |
| Weiters wirken mit: | |
| Anastasia | Marion Praher |
| Exekutor | Bernhard Jungwirth |
| Träger u. Möbelpacker | Harald Fuchs Gerald Pusch |
| Wirtshausgäste | Harald Fuchs Gerald Pusch Josef Gahleitner |
| Musik | Ulrike Koblmüller, Klarinette Gerhard Obermüller, Akkordeon Karl Fuchs, Violine |
| Musikalische Leitung | Ulrike Koblmüller |
| Produktionsleitung | Ernst Atzgerstorfer |
| Bühne | Ernst Atzgerstorfer |
| Technik und Beleuchtung | Peter Höllinger |
| Maske | Leopoldine Pusch |
| Kostüme | Brigitte Steininger Elfrieda Vierlinger |
| Kassa, Werbung, Souffleuse | Brigitte Steininger Elisabeth Peinbauer |
| Regieassistenz und Requisite |
Elfrieda Vierlinger |
| Spielberatung | Joachim Rathke, Landestheater |
| Regie | Heinrich Pusch |